Spot Reduction: Was eine neue Studie zeigt

Spot Reduction: Was eine neue Studie zeigt

2026-10-28 · 4 Min. Lesezeit

Jahrzehntelang war der Konsens in der Fitnesswelt: Du kannst nicht gezielt bestimmen, wo dein Körper Fett verliert. Eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) aus dem Jahr 2023, veröffentlicht in Physiological Reports, stellt das infrage – zumindest in einem eng begrenzten Fall. Das ist relevant, weil sie eine Frage neu aufwirft, die sich wohl jeder schon mal zu seiner eigenen Taille gestellt hat: Lässt Bauchtraining den Bauch tatsächlich schrumpfen, oder stärkt es nur, was darunter liegt?

Die Quelle: Mathias Forsberg Brobakken, Ingrid Krogsaeter, Jan Helgerud, Eivind Wang, Jan Hoff (2023). Abdominal aerobic endurance exercise reveals spot reduction exists: A randomized controlled trial. Physiological Reports. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC10680576/

Der Aufbau: gleicher Aufwand, unterschiedliche Ziele

Ein Forscherteam um Mathias Forsberg Brobakken und Kollegen rekrutierte 16 übergewichtige Männer und teilte sie für zehn Wochen in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe lief auf dem Laufband. Die andere machte dasselbe Lauftraining, ergänzt um Rumpfrotationen und Bauch-Crunches, wobei der gesamte Trainingsenergieverbrauch zwischen den Gruppen angeglichen wurde, damit keine Gruppe einfach insgesamt mehr arbeitete.

Dieses Studiendesign ist wichtig: Es bedeutet, dass sich Unterschiede im Ergebnis nicht einfach dadurch erklären lassen, dass eine Gruppe mehr Kalorien verbrannt hat. Die einzige echte Variable war, worauf das zusätzliche Trainingsvolumen abzielte.

Was sich veränderte – und was nicht

Mithilfe von DEXA-Scans stellten die Forscher fest, dass die Fettmasse am Rumpf in der Bauchtrainingsgruppe deutlich stärker sank: um 1170 Gramm (7 Prozent), verglichen mit keiner messbaren Veränderung in der reinen Laufgruppe. Das entspricht einem Unterschied zwischen den Gruppen von 697 Gramm, beziehungsweise etwa 3 Prozent.

Der Gesamtkörperfettanteil und das Körpergewicht sanken jedoch in beiden Gruppen um ähnliche Werte. Mit anderen Worten: Die Bauchtrainingsgruppe verlor insgesamt nicht mehr Fett, sie scheint es nur an einer anderen Stelle verloren zu haben. Die Bauchtrainingsgruppe wurde zudem deutlich stärker: Die Kraft bei der Rumpfrotation stieg um 39 Prozent, die Crunch-Kraft um 36 Prozent – weit mehr als die Zuwächse der Kontrollgruppe.

Lies das als Frage, nicht als Antwort

Sechzehn Männer sind eine kleine Stichprobe, und die Interventionsgruppe trainierte etwa doppelt so viel Übungsvolumen, das gezielt auf den Rumpf ausgerichtet war. Das allein könnte einen Teil des Effekts erklären. Dieses einzelne Ergebnis steht zudem einer weitaus größeren Zahl an Metaanalysen gegenüber, die durchgängig keinen Effekt gezielten Fettabbaus gefunden haben.

Die ehrliche Einschätzung: Das ist ein provokanter Ausreißer, kein gesichertes Ergebnis. Es lohnt sich, auf eine Replikation in größeren, vielfältigeren Stichproben zu warten, bevor man daraus eine Trainingsregel ableitet.

Was das für deine eigenen Werte bedeutet

Wenn du deinen eigenen Körper mit Trainr trackst, ist diese Studie eine nützliche Erinnerung daran, worauf es wirklich ankommt. Ein einzelner Scan kann dir nicht sagen, ob Crunches deine Taille verändern. Ein Trendverlauf, aufgebaut aus denselben, konsistent erhobenen Messungen, kann dagegen zeigen, ob sich deine Taille, Brust oder Armumfänge unabhängig von deiner geschätzten Körperfett-Kennzahl verändern.

Das ist der eigentliche Wert von Langzeit-Tracking: Es trennt das, was du dir erhofft hast, von dem, was deine Zahlen tatsächlich zeigen. Trainr erstellt aus zwei Handyfotos einen 3D-Scan und verfolgt über die Zeit Taille, Brust, Arme und einen geschätzten Körperfettverlauf – Schätzungen, keine Diagnosen, aber konsistente, die du von Monat zu Monat vergleichen kannst. Der erste Scan ist kostenlos.

Scanne dich selbst – der erste Scan ist kostenlos

Eine Studie deutet an, dass deine Taille vielleicht auf gezieltes Training reagiert – aber dein Trendverlauf bleibt der einzige ehrliche Richter.

Trainr ist ein Wellness-Tool, kein Medizinprodukt. Maße und Werte zur Körperzusammensetzung sind Schätzungen für dein eigenes Tracking; bei medizinischen Fragen sprich mit einer Fachperson.